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ZEIT ONLINE (Archiv) Angst vorm Looping


 
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nicht verifiziert Isarfloss
Isarfloss




Anmeldungsdatum: 06.08.2009
Beiträge: 316

BeitragVerfasst am: 01.11.2009, 00:04    Titel: ZEIT ONLINE (Archiv) Angst vorm Looping Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ein etwas schon in die Tage gekommener aber immer noch interessanter Bericht vom 31.01.1986 :

ZEIT hat geschrieben:
Angst vorm Looping


des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) mit Sicherheit keine höhere Zahl ergeben. Eher dürften es einige Prozent weniger sein.

Eberhard Kuehnle, mit seiner rollenden Pizzabude 180 Tage im Jahr unterwegs, hat von Jahrmarkt zu Jahrmarkt je nach Größe und Standort eine unterschiedliche Konsumbereitschaft des Publikums ausgemacht. Auf dem Münchener Oktoberfest, der Oranger Kirmes oder dem Bremer Freimarkt habe den Besuchern das Geld recht lokker in der Tasche gesessen. Auf den vielen kleinen Jahrmärkten, vor allem in der Stadt, sei das Geschäft dagegen sehr schlecht gelaufen. Der DSB bestätigt Kuehnles Erfahrungen für die gesamte Branche.

Da auf den großen Volksfesten fast in jedem Jahr gut verdient wird, stehen durchschnittlich vier Bewerber für einen Standplatz an. Wer nicht zum Zuge kommt, muß über die kleinen Plätze tingeln, die schon deshalb nicht so attraktiv sind, weil sie sich gegenseitig Konkurrenz machen. In Essen zum Beispiel gibt es jährlich rund 130 Kirmesveranstaltungen.

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Zwei Prozent der Schausteller mußten 1984 aufgeben - bei insgesamt 10 000 Betrieben also rund 200, und zehn Prozent der Betriebe arbeiteten unwirtschaftlich. 1985, so schätzt der DSB, war die Situation ähnlich. Vor allem die Besitzer großer Fahrgeschäfte werden schnell von den Schulden erdrückt, wenn die Fahrgäste nicht so zahlreich

kommen wie geplant, etwa weil das Wetter schlecht ist.

„Das Publikum ist grausam", klagt Günter Uhse, Bundesfachwart für Fahrgeschäfte im DSB. Da es immerzu nach neuen Attraktionen verlange, müßten die Schausteller alle drei, vier Jahre neu investieren. Große Karussells kosten 1,5 Millionen Mark und manchmal mehr. Vor sieben Jahren rasten die Achterbahngondeln erstmals durch einen Looping; ein paar Jahre später wurde der zweifache Kopfstand angeboten, 1985 schon der 'dreifache. Für 1986 ist ein Quartett angekündigt; Kostenpunkt: sieben Millionen Mark. Die Achterbahn ohne Looping hatte rund die Hälfte gekostet.

Auf dem Delegiertentag des DSB Mitte Januar mahnten viele Teilnehmer, das Kostenkarussell endlich zu stoppen. Denn der Fahrpreis ist ausgereizt. Fünf, höchstens sieben Mark - mehr läßt sich zur Zeit nicht durchsetzen. Da ist es schwer, die hohen Investitionen wieder hereinzuholen. Einige Schausteller wollen deshalb - das ist der jüngste Trend - auf das neueste Modell verzichten; lieber behalten sie ihr altes Fahrgeschäft einige Jahre länger, bemalen im Winter die Gondeln neu und wechseln die Fassaden aus.

„Mitfahrer gesucht" - dieses Schild, das fast an jedem Kirmeswagen hängt, sagt alles über die Beschäftigungslage auf den Jahrmärkten. 32 000 Männer und Frauen arbeiten in den Schaustellerbetrieben; weitere 10 000 Kräfte könnten eingestellt werden, aber die Branche findet kaum Leute für ihre offenen Stellen. Ein halbes Jahr im Wohnwagen unterwegs - da winken viele ab.

Dirk Kurbiuweit


PS: Das Quartett = 4er Looping Thriller, welcher am 17. Mai 1986 seine Weltpremiere in Freiburg feierte.
Es wundert mich daher, dass schon Ende Januar (31.01.1986) in der "Zeit" darauf hingewiesen und aufmerksam gemacht wurde Shocked . (...)

Quelle: ZEIT ONLINE

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nicht verifiziert Aconcagua
 




Anmeldungsdatum: 01.11.2009
Beiträge: 186

BeitragVerfasst am: 02.11.2009, 17:18    Titel: Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für den Link.

Noch früher, am 1. Oktober 1985 hörte und sah ich zum ersten mal was von einer großen Kirmes - Looping - Achterbahn mit vier Loopings.
Es war die Sendung WISO im ZDF ("Wirtschaft & Soziales - Thema u. a.: Rummel als Geschäft - Geschäft mit dem Rummel").
Es wurde u.a. auch ein Plan von der 4er Loopingbahn gezeigt, die sich zum damaligen Zeitpunkt gerade im Bau für den Schausteller Oscar Bruch sen. befand.


P.S. Ich bin neu hier und ruf deswegen mal kurz HALLO ! in die Runde rein ...
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