Sebastian Sebastian Jonas Site Admin

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Verfasst am: 28.04.2005, 14:19 Titel: Freizeitpark Silver Lake City in Templin bleibt geschlossen |
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Ein Glanzlicht der Uckermark erloschen
Von Daniela Windolff
Templin (MOZ) Der Freizeitpark Westernstadt Silver Lake City in Templin bleibt vorerst geschlossen. Die Betreiberfirma HHB GmbH & Co. aus dem bayerischen Passau hat vor wenigen Tagen Insolvenz angemeldet. Die Westernstadt, die erst im Juli 2004 eröffnet wurde, sollte an diesem Sonnabend eigentlich die neue Saison eröffnen.
"Silver Lake City ... hier lebt Wild West und Ihre Phantasie!" Mit eindrucksvollen Szenen Can-Can tanzender Mädchen, kraftstrotzender Indianer und Lasso schwingender Cowboys begeistert die Westernstadt ihr Publikum, ob eingefleischter Karl-May-Fan oder neugieriger Tourist. Im Internet ist die Westernwelt noch in Ordnung. Keine Spur von der drohenden Katastrophe, die im wirklichen Leben über dem Freizeitpark in Templin schwebt.
Tatsächlich sind jedoch die Tore verschlossen, die Saloons verwaist, die Telefone stumm. Die erst im Juli vergangenen Jahres mit großen Erwartungen eröffnete Westernstadt Silver Lake City ist pleite. Am vergangenen Donnerstag hatte die Betreiberfirma HHB GmbH & Co. Silver Lake City KG. Insolvenz angemeldet. Am Ufer des Röddelinsees auf dem Gelände eines ehemaligen Ferienlagers hatte der Investor rund 17 Millionen Euro in einen Freizeitpark investiert, der die Kulisse des Wilden Westens auferstehen lassen sollte und als besondere touristische Attraktion große Hoffnungen in Templin und der ganzen Region weckte. Sechs Millionen Euro Fördermittel von Bund, Land und EU flossen in das Projekt.
Doch derzeit hat der Rechtsanwalt Dr. Thomas Wazlawik von der Kanzlei Kübler in Passau, der als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt ist, die Hand auf dem insolventen Hoffnungsträger. "Mein größtes Interesse ist, dass der Park wieder geöffnet werden kann", betont Wazlawik auf MOZ-Anfrage. Doch dazu müsse erst eine Einigung zwischen den Parteien des Interessenkonfliktes erreicht werden. "Wir sind derzeit noch dabei, den Sachverhalt zu ermitteln. Aber es deutet sich an, dass die Ursachen der Insolvenz in geschäftlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Geschäftsführung und Geldgebern liegen, die zum Bruch geführt haben", so Wazlawik. Geschäftsführerin Andrea Milotzki habe daraufhin Eigenantrag auf Insolvenz gestellt. Noch in dieser Woche sollen alle Beteiligten an einen Tisch gebracht werden, um eine Einigung zu erzielen. "Wenn es gelingt, diesen ersten Schritt zu gehen, kann man versuchen, den Westernpark Ende Mai wieder zum Laufen zu bringen." Der bisherigen Geschäftsführerin bescheinigte Wazlawik eine kooperative Zusammenarbeit. Allerdings müsse zuerst die Frage der Finanzierung geklärt werden.
"Ich kann nicht anderer Leute Geld ausgeben. Insofern sind meine Möglichkeiten begrenzt", räumte der Insolvenz-verwalter ein. Die Betreiberfirma unterhält neben Templin noch zwei weitere Westernparks, darunter einen im Harz in Hasselfelde. Auch der musste Insolvenz anmelden. Einen rechtlichen Zusammenhang mit der Templiner Pleite schloss Wazlawik allerdings aus.
Eigentlich sollte Silver Lake City dieses Wochenende wieder öffnen. Rund 100 Saisonarbeitskräfte sollten hier zwischen März und Oktober beschäftigt werden, vom Schausteller bis zum Pferdewirt. Gastronomie- und Hotelgewerbe versprachen sich steigende Umsätze. Immerhin 50 000 Besucher wurden nach der Eröffnung im Juli 2004 gezählt. In der ersten kompletten Saison sollten es nun 250 000 werden. Templin (dw/MOZ) Die Nachricht von der Insolvenz der Westernstadt sorgt in Templin für große Betroffenheit. "Wir hatten schon zu Ostern unglaublich viele Anfragen, wann denn die Westernstadt endlich aufmacht. Die Nachfrage ist riesig. Ein bestimmtes Klientel an Gästen kommt gezielt deswegen in die Region", berichtet Sabine Hertrich, Geschäftsführerin der Tourismus Service Templin. "Die Insolvenz trifft uns hart, denn von der Westernstadt profitierten auch andere touristische Anbieter wie Gastronomie oder Hotelgewerbe in und um Templin. Wir sind zwar die Perle der Uckermark, aber jede Attraktion, die wegbricht, hält auch Gäste fern", bedauert Sabine Hertrich.
Betroffen zeigte sich auch Ursula Heise, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Templin, auf die Insolvenznachricht. "Eigentlich hätte ich erwartet, dass sich die Geschäftsführerin persönlich bei uns meldet und über die Insolvenz informiert. Schließlich hat sich die Stadt in der letzten Zeit intensiv bemüht, vermittelnd und klärend zwischen Banken und Geschäftsführung tätig zu sein und wir werden das auch weiterhin tun", so Ursula Heise gegenüber der MOZ.
Templin habe großes Interesse an der Fortführung der Einrichtung. Ursula Heise: "Sie ist eine Bereicherung der touristischen Infrastruktur und das bedeutet Belebung der Wirtschaft."
Mittwoch, 27. April 2005 (07:33)
Quelle Märkische Oderzeitung _________________ Kirmes & Parks - LIVE und ZUHAUSE
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